Typen von Mitarbeiterschulung | 360Learning
Training & Learning

7 Arten der Mitarbeiterschulung – und der beste Zeitpunkt, um sie durchzuführen

Die Schulung von Mitarbeiter:innen ist als Teil der Personalentwicklung ein Muss für jedes Unternehmen. Allerdings werden Mitarbeiterschulungen oft als notwendiges Übel betrachtet – von Arbeitnehmer:innen gefürchtet, von Arbeitgeber:innen verlangt. Schlimmer noch: Viele der Schulungen erfüllen ihren Zweck nicht. Tatsächlich haben 70 % der Mitarbeiter:innen das Gefühl, nicht über die richtigen Fähigkeiten für ihren Job zu verfügen, und unsere letzte Umfrage hat ergeben, dass Arbeitgeber:innen in Hinblick auf L&D-Schulungen immer noch viele blinde Flecke haben. Die gute Nachricht: Es geht auch anders!

Ein Patentrezept für Mitarbeiterschulungen gibt es nicht – wohl aber viele verschiedene Schulungsarten, die sich jeweils für unterschiedliche Situationen eignen. Die richtige Art von Mitarbeiterschulung zur rechten Zeit kann zu einem engagierten, effektiven Lernprozess für Ihr Team, und zu besseren Geschäftsergebnissen insgesamt führen.

Lesen Sie auch:

Drei beliebte Personalentwicklungsmaßnahmen, die nicht funktionieren (und was Sie stattdessen tun können)

Mitarbeiter schulen: Diese 3 Faktoren verändern die betriebliche Weiterbildung für immer

1. Schulung für Führungskräfte

Eine Führungskräfteschulung ist eine Art von Soft-Skill-Schulung, die sich auf zwischenmenschliche Fähigkeiten konzentriert, jedoch mit einem Schwerpunkt auf Führungsqualitäten und -fähigkeiten, die sich direkt auf die Mitarbeiterführung auswirken. Führungskräfte- und Managerschulungen werden oft vernachlässigt. Dabei haben sie direkte Auswirkungen auf das Unternehmen: Ist das Management schlecht, fällt die Leistung aller anderen ebenfalls mangelhaft aus.

Schulungen für Führungskräfte bauen normalerweise auf grundlegenden Fähigkeiten auf und helfen bei der Weiterentwicklung von Kommunikationsfähigkeit, Projektmanagement, Strategie und Führungsqualitäten. Schulungen können aber auch auf andere Arten von Skills ausgerichtet sein, z. B. Krisenmanagement oder technische Kenntnisse, die für die Verwendung von Managementsoftware oder -tools erforderlich sind.

Was bei all dem nicht vergessen werden sollte: Führungskräfteschulungen sind kein Ersatz für ein Karrierecoaching, sondern eine wertvolle Ergänzung. Ein Karrierecoaching hilft Arbeitnehmer:innen, das Beste aus ihrer Zeit als Berufstätige herauszuholen, unabhängig von ihrer Funktion oder ihren Zielen. Wenn sich jemand für eine Führungsposition interessiert, kann Coaching durchaus eine Rolle dabei spielen, sie oder ihn in diese Funktion zu bringen.

Der beste Zeitpunkt für eine Führungskräfteschulung

Da Schulungen für Führungskräfte in der Regel auf grundlegenden Fähigkeiten aufbauen, sollten sie am besten Mitarbeiter:innen angeboten werden, die womöglich bald zur Führungskraft werden, oder solchen, die kürzlich eine Führungsposition angetreten haben.

Wenn Sie in Ihrem Team regelmäßig Einzelgespräche führen, fragen Sie Ihre Mitarbeiter:innen nach ihren Karrierezielen. Interessiert sich ein: Mitarbeiter:in für eine Führungsposition, ist es eine gute Idee, sich mit dem Rest des Führungsteams zu treffen und zu besprechen, ob eine Führungskräfteschulung zu diesem Zeitpunkt für diese Person das Richtige ist.

Lesen Sie auch: Performance Management: Wie Sie Mitarbeiter:innen richtig beurteilen – und effizient weiterentwickeln 

2. Compliance-Schulung

Compliance-Schulungen sind alle Mitarbeiterschulungen, die durch Gesetze, Richtlinien oder Vorschriften vorgeschrieben sind. Dabei können Mitarbeiter:innen im Rahmen eines formellen Programms etwa über Sicherheits-, Rechts- oder Unternehmensvorschriften und -verfahren geschult werden.

Ob Arbeitssicherheit oder Datenschutz – eine Compliance-Schulung sollte alles abdecken, was Ihre Mitarbeiter:innen entweder aus rechtlichen Gründen oder zur Gewährleistung eines effizienten Betriebsablaufs wissen müssen. Entsprechend unterschiedlich fallen Compliance-Schulungen je nach Unternehmenstyp und -branche aus. 

Wenn Sie unsicher sind, welche Themen Sie in einer Compliance-Schulung behandeln sollen, fragen Sie Ihre Mitarbeiter:innen, wo sie in ihrer Arbeit wiederholt auf Schwierigkeiten stoßen und welche Informationen sie gern früher gehabt hätten. Themen, die von mehreren Mitarbeitenden genannt werden, eignet sich vermutlich gut für eine Compliance-Schulung.

Der beste Zeitpunkt für eine Compliance-Schulung

Eine Compliance-Schulung sollten Sie jedes Mal durchführen, wenn wichtige Tools aktualisiert werden, neue Richtlinien zur Prävention von sexueller Belästigung eingeführt werden, sich die Sicherheitsmaßnahmen ändern usw. Die Regel ist einfach: Immer wenn sich neue Informationen oder Pflichten auf die Fähigkeit Ihres Unternehmens auswirken, sowohl effizient als auch rechtlich einwandfrei zu arbeiten, ist es an der Zeit für eine Compliance-Schulung.

3. Onboarding-Schulungen

Onboarding-Schulungen deckt alle Themen ab, die für den Einstieg in Ihr Unternehmen wichtig sind. Zwar ähnelt die Onboarding-Schulung der Compliance-Schulung. Sie ist aber speziell auf die Anforderungen neuer Mitarbeiter:innen zugeschnitten.

Onboarding-Schulungen sollte alles Wesentliche umfassen, was neue Mitarbeiter:innen wissen müssen: Einführungen in Tools oder Software, Kommunikationsabläufe, Hilfsmittel, Ansprechpartner:innen für bestimmte Probleme usw. Wenn bestimmte Kenntnisse oder Tools unverzichtbar für die ersten Tage und Wochen der neuen Mitarbeiter:innen in Ihrem Unternehmen sind, dann handelt es sich dabei um Material für die Onboarding-Schulung.

Die Onboarding-Schulung muss die wichtigsten Informationen enthalten, aber sie darf die Teilnehmer:innen keinesfalls überfordern. Behandeln Sie nur, was die neuen Mitarbeiter:innen zum Einstieg wissen müssen und planen Sie anschließend weitere Kurse. Zu viel Information auf einmal könnte die Mitarbeiter:innen verunsichern und talentierte Kandidat:innen vergraulen.

Zu guter Letzt sollte die Onboarding-Schulung Hilfsmittel enthalten, auf die Ihre Mitarbeiter:innen später bei Bedarf zurückgreifen können. Sie können auch ein Unternehmens-Wiki oder etwas Ähnliches erstellen, um interne Informationen stets zur Hand zu haben.

Der beste Zeitpunkt für die Onboarding-Schulung

Onboarding-Schulungen sollten nur im Zuge der Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen durchgeführt werden. Diese sollte verfügbar sein, sobald die neuen Mitarbeiter:innen in Ihrem Unternehmen anfangen. Der Kurs sollte sich auf das beschränken, was sie in den ersten Wochen wissen müssen. Weitere Informationen folgen erst im Laufe der Zeit.

Lesen Sie auch: Ihr Einheitsplan zur Mitarbeiterentwicklung geht nicht auf? 5 Tipps, wie Sie es richtig zu machen

4. Technische Schulung

Bei technischen Schulungen liegt das Augenmerk auf der Nutzung von Technologien oder Tools in einem Unternehmen. Wenn für eine Stelle eine bestimmte Software oder die Verwendung eines bestimmten Druckers erforderlich ist, sollte die technische Schulung dies abdecken.

Eine solche Weiterbildung ist je nach Tool oder Software unterschiedlich umfangreich. In manchen Fällen kann ein schneller, einmaliger Kurs oder eine Präsentation als technische Schulung ausreichen, aber technische Schulungen können auch viel länger und aufwändiger sein.

Der beste Zeitpunkt für eine technische Schulung

Eine technische Schulung ist nicht immer zwingend erforderlich, da für manche Stellen nur minimale oder gar keine Kenntnisse der Unternehmenstools nötig sind. Es ist daher möglich, dass nicht für alle in Ihrem Unternehmen eine technische Schulung benötigt wird. Wie beim Onboarding sollten Sie es auch hier vermeiden, Ihre Mitarbeiter:innen zu überfordern. Wenn für eine bestimmte Funktion keine technische Schulung nötig ist, fordern Sie diese auch nicht ein.

Technische Schulungen sollten jährlich wiederholt werden, um zu gewährleisten, dass Ihr Team keine relevanten Informationen vergisst. Außerdem ist es wichtig, diese Art von Mitarbeiterschulung bei jeder Aktualisierung der Tools oder Software erneut durchzuführen. Sie gilt dann als verpflichtende Weiterbildung.

5. Produktschulung

Eine Produktschulung deckt alle von Ihnen angebotenen Produkte oder Dienstleistungen ab, wobei jeweils die Verkaufsargumente kurz erläutert werden. Üblicherweise werden Produktschulungen mit Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter:innen sowie allen Mitarbeiter:innen des Produktteams durchgeführt.

Bei solchen Schulungen lernen die Mitarbeiter:innen etwas über die Merkmale der Produkte oder Dienstleistungen Ihres Unternehmens. Eine Produktschulung unterscheidet sich insofern von einer technischen Schulung, als die Mitarbeiter:innen nicht nur lernen, wie man ein Produkt oder Tool benutzt: Stattdessen wird ihnen das Alleinstellungsmerkmal von jedem Produkt bzw. jeder Dienstleistung des Unternehmens vermittelt.

Eine Produktschulung umfasst üblicherweise die Besonderheiten des Produkts, z. B. die zahlreichen Funktionen, die Garantie und häufig gestellte Fragen. Durch eine Produktschulung wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter:innen verstehen, was ihr Unternehmen anbietet, sowohl für interne als auch für kundenbezogene Zwecke. Diese Art der Mitarbeiterschulung ist kein direkter Ersatz für eine Vertriebsschulung, da hierbei der Schwerpunkt nicht auf dem Verkauf liegt.

Der beste Zeitpunkt für eine Produktschulung

Alle Mitarbeiter:innen, die mit den Produkten oder Dienstleistungen Ihres Unternehmens bzw. Ihren Kund:innen in Kontakt sind, sollten an einer Produktschulung teilnehmen. Besonders wichtig ist eine Produktschulung, wenn jemand in seiner Funktion Kund:innen betreuen wird. Wenn Mitarbeiter:innen in Kundenkontakt sein werden, sollte schon das Onboarding eine Produktschulung beinhalten.

Stehen neue Mitarbeiter:innen in ihrer Funktion nicht direkt mit Kund:innen in Kontakt, kann die Produktschulung unter Umständen auch auf die Zeit nach dem Onboarding verschoben werden. Auch hier kommt es wieder darauf an, ob sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe Produktkenntnisse benötigen.

6. Vertriebsschulung

Eine Vertriebsschulung ähnelt einer Produktschulung, geht aber noch einen Schritt weiter und konzentriert sich eher auf die Verkaufsargumente als die Produktdetails.

Anders als bei der Produktschulung geht es bei der Vertriebsschulung darum, wie Mitarbeiter:innen effektiv für das Produkt eintreten, mit schwierigen Kundenfragen umgehen und einzigartige Merkmale bewerben können. Letztlich soll eine Vertriebsschulung Ihrem Team das Wissen vermitteln, um das Produkt aktiv zu vermarkten und zu verkaufen.

Vertriebsschulungen umfassen oftmals Rollenspiele, damit die Mitarbeiter:innen unmittelbar erleben, wie sie die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen können. Dafür tun die Mitarbeiter:innen so, als wären sie in einem Verkaufsgespräch mit Kund:innen und beantworten ihre Fragen.

Der beste Zeitpunkt für eine Vertriebsschulung

Für Vertriebsmitarbeiter:innen sollte schon das Onboarding eine Vertriebsschulung umfassen, da dies für die Erfüllung ihrer Aufgaben unerlässlich ist. Jene Mitarbeiter:innen, die in ihrer Funktion nicht regelmäßig in Kundenkontakt stehen, aber von dieser Art von Mitarbeiterschulung trotzdem profitieren können, sollten die Schulung nach dem Onboarding absolvieren.

7. Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulung

Bei einer Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulung wird Mitarbeiter:innen beigebracht, wie sie respektvoll mit Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenarbeiten und umgehen. Bei einer Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulung werden Soft Skills vermittelt, sie ist aber so vielschichtig, dass sie in eine eigene Kategorie fällt.

Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulungen helfen Mitarbeiter:innen, die unterschiedlichen Hintergründe der Menschen zu verstehen und ihnen mit Respekt zu begegnen. In einer solchen Schulung kann es z. B. darum gehen, wie man sich für einen Mitmenschen einsetzt, wie man eine Belästigung am Arbeitsplatz meldet oder jemanden unterstützt und wie man reagiert, wenn man Zeuge jeglicher Art von Diskriminierung wird.

Bei Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulungen werden häufig Gedankenspiele gemacht, um aufzuzeigen, auf welche Weise bestimmte Aussagen für Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund beleidigend sein können und wie man diese Situationen besser handhaben könnte. Bei dieser Art von Schulung sollten die Mitarbeiter:innen auch interaktive Quizaufgaben lösen, um zu gewährleisten, dass sie den Inhalt auch verstehen, da diese Art von Schulung für die Schaffung eines sicheren, intakten Arbeitsplatzes für alle unerlässlich ist.

Der beste Zeitpunkt für eine Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulung

Antidiskriminierungs- und Diversity-Schulungen sind von grundlegender Bedeutung und sollten Teil des Onboardings sein. Wird eine solche Schulung neu eingerichtet, ist sie für alle Mitarbeiter:innen verpflichtend. In Ihrem Unternehmen wird es wahrscheinlich zahlreiche Arten von Mitarbeiterschulungen geben, die in diese Kategorie fallen, zumal es sowohl am Arbeitsplatz als auch abseits davon zu unterschiedlichen Situationen kommt.

Die richtige Plattform für die richtige Art von Mitarbeiterschulung

Es ist wichtig zu wissen, welche Art von Mitarbeiterschulung wann durchgeführt werden sollte, um eine Wachstumskultur und positive Arbeitsmoral zu schaffen. Aber dazu bedarf es auch der richtigen Lernplattform.

Mit 360Learning können Sie sich an Ihre wachsende und sich verändernde Belegschaft anpassen, indem Sie rasch die richtige Schulung für die richtige Person zur Hand haben. Dies kann zu einem besser ausgebildeten, engagierteren Team beitragen, das sich für seine Aufgaben bestens gerüstet fühlt: Denn Ihre Mitarbeiter:innen müssen nicht zu jenen 70 % gehören, die das Gefühl haben, dass sie nicht über die richtigen Fähigkeiten verfügen.

Sie fragen sich, wie das funktioniert? Melden Sie sich für ein kostenloses Produktdemo an und erfahren Sie mehr.

Buchen Sie Ihre Produkttour mit 360Learning

  • Überblick Lernplattform

    30-minütiger Überblick über die Plattform

  • Maßgeschneidert

    100 % auf Ihre Anforderungen zugeschnitten

  • Unverbindlich

    Kostenlos & unverbindlich

Mit dem Anfordern der Demo erklären Sie sich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt Demo buchen