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LMS, LXP, TMS oder Lernplattform – was ist die richtige Wahl?

Online-Lernplattform, LMS, LEP, LXP, SIRH, HCM…

Diese Abkürzungen können echtes Kopfzerbrechen bereiten.

Nachdem ich im Jahr 2013 360Learning gegründet hatte, habe ich zwei Jahre lang den Weiterbildungssektor durchforstet. Ich habe das Unternehmen aufgebaut und unsere Lösung für eine Lernplattform auf zwei verschiedenen Tischrunden gepitcht. Ich habe Verträge mit unseren 100 ersten Kunden abgeschlossen. Und doch waren mir Abkürzungen wie LMS oder SCORM noch immer nicht ganz geläufig.

Zu meiner Verteidigung sei gesagt: Bei all diesen Begriffen kommt man leicht durcheinander. Beispielsweise haben wir die Bewegung des Collaborative Learning angestoßen und dabei zugleich ein „LMS“ (Learning Management System) sowie eine „LXP“ (Learning Experience Platform) angeboten – von herausragender Qualität, versteht sich. Trotzdem definieren wir unsere Lösung auch als „Lernplattform“.

Das sind viele unterschiedliche Konzepte, die man erst einmal verdauen muss, oder? Ginge es nach mir: Ich würde die langweiligen Abkürzungen hintenüber fallen lassen und nur von einer Lernplattform sprechen, die das Collaborative Learning in den Mittelpunkt stellt. Denn das ist es, was wir anbieten. Doch wer die Weiterbildung digitalisieren will, kommt um Abkürzungen wie LMS, LEP, LXP usw. nicht herum. Sie sind bereits fest in der Branche verankert.

Einfach gesagt: LMS und LXP beschreiben den Funktionsumfang, während Lernplattformen eine Software-Kategorie sind. Ich werde Ihnen hier jede der Kategorien erläutern und Ihnen meine Vision der zukünftigen Weiterbildung und des E-Learnings aufzeigen.

LMS und LXP beschreiben den Funktionsumfang, während Lernplattformen eine Software-Kategorie sind.

Die Funktionen von LMS und LXP

Zwar werden sowohl LMS als auch LXPs oft als eigenständige Produkte angepriesen werden, doch in Wirklichkeit handelt es sich um Funktionen. Einige Unternehmen bieten nur diese Funktionen, während andere sie neben einer breiteren Palette von Lösungen anbieten.

Im Folgenden gebe ich Ihnen einen Überblick, was mit einem LMS und einer LXP möglich ist.

SCORM und Funktionen eines LMS

Um besser zu verstehen, was ein LMS (Learning Management System) ist, müssen wir uns zunächst mit dem Begriff SCORM beschäftigen. SCORM bedeutet Sharable Content Object Reference Model.

SCORM ist ein technisches Referenzmodell. Damit können Weiterbildungsprogramme erstellt werden, die mit LMS-Plattformen kompatibel sind. Dank dieser Norm ist es möglich, Lerninhalte zu kaufen und sie anschließend auf der gewünschten Plattform zu nutzen. In anderen Worten: SCORM ermöglicht es, Inhalte einfach von einem LMS zum anderen zu übertragen. Ursprünglich wurden SCORM-Schulungsprogramme für Flash-Animationen erstellt. Während der Rest der Welt zu HTML5 übergegangen ist, bleibt Flash die Referenz für viele SCORM-Programme. Warum? Es wäre viel zu teuer, alle mit SCORM erstellten Kurse zu aktualisieren. Deshalb sind sie etwas retro: Weder Lesezeichen, Kommentare, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit oder Stellungnahmen noch eine Versionsverwaltung.

Im Jahr 2021 ähnelt ein E-Learning-Kurs, der dem SCORM-Standard entspricht, in etwa dem unten stehenden Bild. So entwickeln die meisten Unternehmen intern die digitale Weiterbildung:

SCORM eLearning Kurs

Ein eher wackelig und altmodisch wirkende Benutzeroberfläche, nicht wahr? Stellen Sie sich nun vor, dass Sie Ihren Mitarbeitenden vorschlagen, sich dort weiterzubilden: Eine Abschlussquote von mehr als 20 % zu erreichen, wäre bereits eine Herausforderung!

Um Ihre SCORM-Kurse zu hosten und Ihren Mitarbeitenden zu ermöglichen sie zu lesen, benötigen Sie ein Learning Management System. Mit einem LMS können Sie Ihre Kurse speichern, Ihre Nutzer:innen (die Lernenden) verwalten und insbesondere die unternehmensinternen Regeln einstellen (Bestätigung durch Vorgesetzte, Kursanmeldungen, Konformitätsbescheinigungen usw.).

LMS ermöglichen es Ihnen, Ihre persönlichen Schulungen zu organisieren und zu planen: Räumlichkeiten, Beamer oder ähnliche Geräte zu reservieren, Einladungen an die Dozent:innen zu versenden, Anmeldungen der Lernenden zu verwalten oder Parameter zu verändern, beispielsweise die zu jeder Sitzung maximal verfügbaren Sitzplätze. So ist eine LMS-Plattform im eigentlichen Sinne nicht das Tool, mit dem Sie digitale Lernpfade erstellen können, sondern eher die Schnittstelle, mit der Sie die Lernpfade verwalten und anschließend verbreiten können. 

Der große Nachteil von LMS: Für die Mitarbeiter:innen sind diese Systeme wenig einladend, denn sie sind eher auf die L&D-Abteilungen zugeschnitten als auf die Lernenden. Trotz der stark entwickelten Backoffice-Funktionen lässt das Frontoffice oftmals zu wünschen übrig.

Inhalte und Funktionen einer LXP

Learning Experience Platforms (LXP) wurden als Antwort auf das oben erwähnte Problem entwickelt, denn LMS sind für Administratoren konzipiert, nicht für die Nutzer:innen. 

Im Gegensatz zu dem, was ihr Name impliziert, konzentrieren sich LXP eher auf die Erfahrung bei der Bereitstellung der Schulungen als auf die Erfahrung mit der Weiterbildung selbst. LXP können unabhängig von einer LMS-Plattform existieren oder sie ergänzen, falls die Nutzererfahrung fehlt. Sie sind wesentlich leichter zu bedienen, denn die meisten Anbieter haben sich für ein Design à la Netflix entschieden: Die Kurse sind über eine personalisierte Erfahrung sowie eine Suchleiste zugänglich. 

Mit einer LXP können Inhalte von einem LMS integriert und verbreitet werden. So können Sie einen Vertrag mit Anbietern von Schulungsinhalten abschließen, beispielsweise mit Coursera, Udemy oder HarvardX und Ihren Mitarbeitenden, die im Frontoffice eine LXP nutzen, deren Kurse zeigen. Einige LXP sind sogar mit künstlicher Intelligenz (KI) für Empfehlungen ausgestattet, genauso wie Amazon KI nutzt, um Ihnen personalisierte Vorschläge zu machen. Die zugrundeliegende Idee: KI ermöglicht es den Angestellten, ihre Kompetenzen und damit ihre Karriere aufzubauen – im Rahmen eines Kurses zur Kompetenzentwicklung.

Um relevante Empfehlungen auszusprechen, sammelt Amazon unsere Daten von Facebook, Google oder anderen Tech-Giganten. Diese Plattformen, die nicht nur Informationen zu unseren Interessen und denjenigen unserer Freunde sammeln, kennen auch die Orte, die wir besucht haben, unsere Suchanfragen und unsere Diskussionsthemen. 

Eine Unternehmens-LXP wird niemals diese Art von Informationen haben. Heute sind Daten Gold wert, sie sind aber auch eine tickende Zeitbombe. Deshalb sind Unternehmensprogramme nicht autorisiert sie zu verwenden. Auf keinen Fall sollten Sie die Daten Ihrer Mitarbeiter:innen an noch mehr Drittunternehmen liefern.

Wenn ich für Sie eine KI erschaffen sollte, bräuchte ich unbegrenzten Zugang zu allen Informationen Ihrer Angestellten: Terminkalender, Leistungsüberprüfungen, Geodaten, Präsentationen, Daten aus Ihrem CRM usw. So könnte meine KI der richtigen Person die passende Schulung zum richtigen Zeitpunkt empfehlen. Das ist jedoch beängstigend und übergriffig zugleich.

LMS, LXP, TMS oder Lernplattform – was ist die richtige Wahl?
Joaquin Phoenix vor seinem Betriebssystem im Film "Her" - Die Grenzen der künstlichen Intelligenz?

Obwohl eine LXP nicht dasselbe Präzisionslevel wie die Amazon-Algorithmen hat, kann es Mitarbeitenden, die eine ähnliche Stellenbezeichnung haben, dieselbe Art von Inhalten vorschlagen. Es sei denn, Sie besitzen die Wunderlösung, wie 360Learning mit dem Collaborative Learning.

Noch einmal: Eine LXP ist keine Kategorie, sondern beschreibt den Funktionsumfang. Dazu zählen das Entdecken von Inhalten, Kompetenzverzeichnisse, Lernpfade und Empfehlungen. Im Gegensatz dazu sind Lernplattformen oder Talent-Management-Plattformen Software-Kategorien, die wir uns weiter unten genauer anschauen werden.

Software-Kategorien

Im Gegensatz zu den weiter oben aufgelisteten Funktionen sind Lernplattformen oder Talent-Management-Plattformen zwei Arten von Software zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter:innen. Sie umfassen manchmal Funktionen eines LMS oder einer LXP, zusätzlich zu ihrem umfassenden Angebot für Unternehmen.

HCM

Werfen wir einen Blick auf die Definition eines HCM – Human Capital Management (Plattform für Talent Management) anhand von Degreed, wie sie Josh Bersin vorgeschlägt:

Degreed upskilling plattform

Degreed bietet die Lernerfahrung (LXP), die Kompetenzentwicklung und die berufliche Mobilität. Ein umfassendes Paket an Funktionen, welche die Neuqualifizierung von Mitarbeitenden vereinfachen soll.

Cornerstone bietet seinerseits ebenso eine LXP, die Kompetenzanalyse sowie Funktionen für die berufliche Mobilität. Wie Degreed reagiert Cornerstone auf den Bedarf der Neuqualifizierung von Personal, und das seit mehr als zehn Jahren. Grund sind zwölf Produkte, die über die Gesamtheit seiner HR-Tools verteilt sind.

Wie Josh Bersin unterstreicht, ist diese Problematik nicht neu: Wir sind damit seit mehr als 20 Jahren konfrontiert. Degreed, Cornerstone, Workday, SAP SuccessFactors oder Oracle haben ähnliche Funktionen entwickelt, um auf diesen Bedarf zu reagieren. LXPs sind nur ein Teil ihrer Tool-Suiten.

Diese Unternehmen gehören zur Kategorie Talentmanagement-Software. Die meisten enthalten ein LMS und eine LXP. Sie umfassen ebenfalls Kompetenzanalysen, die Vermittlung von Kandidat:innen an Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Talenten sind, sowie Tools für Nachfolgepläne.

Lernplattformen

Schließlich gibt es Lernplattformen wie Docebo, Absorb, LearnUp, Lessonly oder 360Learning. Diese speziellen Lösungen decken jeweils unterschiedliche Nutzungsszenarien ab.

Beispielsweise liefert 360Learning verschiedene Lösungen, um die Unternehmenskultur zu steuern und die Ergebnisse zu vervielfachen. Dabei reagiert es auf die folgenden Anwendungsfälle:

  • Sales Enablement (Weiterbildung Ihrer Vertriebsteams)
  • Partner-Training (Weiterbildung Ihres Partner-Netzwerks)
  • Onboarding (Eingliederung Ihrer neuen Mitarbeiter:innen)
  • Customer-Training (Schulung Ihrer Kund:innen)
  • Mobile Advanced (Lösung für die Schulung von Außendienst-Mitarbeitenden im Einzelhandel und für die Industrie)

Jede der oben genannten Plattformen fokussiert sich auf eine Kundenkategorie, vom kleinen Vertriebsteam bis zum Großunternehmen.

Lernplattformen umfassen im Allgemeinen ein Autoren-Tool, damit Sie Ihre Module ohne eine spezielle Ausbildung erstellen können.

Bei 360Learning ermöglichen wir es den Teams, Lernmodule schnell und effizient zu erstellen sowie zu verbreiten, ohne sich um eine SCORM-Äquivalenz bemühen zu müssen.

Die kollaborative Zusammenarbeit ist der Grundstein unserer Lösung: Die Mitglieder eines Teams können gemeinsam Lernmodule erstellen. Die Personalentwickler:innen können ihrerseits schnell Schulungsprogramme aufstellen, indem sie Inhalte von Dritt-LXPs wie Coursera oder LinkedIn Learning kuratieren. Anschließend können sie diese Kurse in personalisierte Module integrieren.

Lernplattformen beinhalten im Allgemeinen die Funktionen eines LMS oder einer LXP, allerdings sind sie nicht so umfassend wie diejenigen einer Talent Suite. Hierzu zählen beispielsweise die Einstellung von Mitarbeitenden und die berufliche Mobilität. Es bleibt jedoch möglich sie zu integrieren, um das Beste aus den zwei Welten zu bieten.

Welche Plattform sollte man wählen?

Wenn Sie bis hierher gekommen sind, fragen Sie sich sicher: Welches Tool brauche ich denn nun? Welche Tools sind komplementär? Muss ich zwei verschiedene Anbieter wählen? Kann ich sogar drei unterschiedliche wählen?

Kommen wir zum Kern der Sache.

Als CEO von 360Learning ist meine Meinung nicht vollkommen objektiv, doch das ist mein Rat:

Talentmanagement-Software ist gleich Talentmanagement-Software: Sie brauchen daher nur eine einzige auswählen. Wenn Sie bereits zwei eingeführt haben, ist es nicht zu spät, Ihren Kurs zu berichtigen.

Für Lernplattformen gilt dasselbe: Wählen Sie einen Anbieter aus.

Wenn Sie ein Konzern mit mehr als 30.000 Mitarbeitenden sind, brauchen Sie beides: eine Talentmanagement-Software, um die Kompetenzentwicklung durch die Personalabteilung verfolgen zu können, sowie eine Lernplattform, um die Performance zu überprüfen, die Unternehmenskultur zu steuern und die kontinuierliche Weiterbildung sicherzustellen. Wählen Sie eine Talent Suite und integrieren Sie 360Learning ;-)

Wenn Sie weniger als 30.000 Mitarbeitende haben, benötigen Sie in unmittelbarer Zukunft eher eine Lernplattform als eine Talent Suite. Wählen Sie die Lernplattform 360Learning, um sie in die Talent Suite Ihrer Wahl zu integrieren.

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