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Wie wir Peer Learning nutzen, um den Wettbewerbsfähigkeitvorteil unseres Unternehmens zu erhalten

Bei 360Learning predigen wir nicht bloß die Vorteile von Collaborative Learning – wir leben sie. Das tägliche Lernen voneinander wurzelt tief in unserer Unternehmenskultur und unseren Werten.

Den Schwerpunkt auf Peer Learning zu setzen, macht unser Team nicht nur smarter: Es macht uns in unseren Jobs besser und trägt direkt zum Wachstum unseres Unternehmens bei. So stiegen die Einnahmen von 360Learning in den USA 2019 um 200 %. Seither verfügen wir über 178 Mitarbeiter:innen und erzielten unter den mittelgroßen Arbeitgebern den vierten Platz bei HappyatWork.

Allerdings klappt der Aufbau einer Collaborative Learning-Kultur nicht einfach über Nacht. In den vergangenen fünf Jahren haben wir ein Unternehmensmodell entwickelt, das Arbeit und Wachstum miteinander verknüpft und sich Convexity nennt. Das Ziel lautet, jedes Teammitglied dabei zu unterstützen, maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen zu haben.

In unserer Doku-Serie Onboarding Joei  haben wir eine Menge über unsere einzigartige Unternehmenskultur erzählt und viele Menschen wollten mehr darüber erfahren. Dieser Artikel zeigt nun, wie wir Peer Learning zum Herzstück unseres Unternehmens gemacht haben und wie es uns hilft, smarte Mitarbeiter:innen auszubilden, um in einer dicht gedrängten Branche die Nase stets vorn zu behalten.

Wir begleiten neue Mitarbeiter:innen auf einem kollaborativen Onboarding-Prozess

Unsere neuen Mitarbeiter:innen lernen das Peer Learning schon am ersten Arbeitstag kennen. Wir haben ein umfassendes Onboarding entwickelt, das unsere eigene Collaborative Learning-Plattform mit Präsenzschulungen kombiniert, damit sich Neulinge schnell in den Arbeitsabläufen und der Unternehmenskultur zurechtfinden.

Das Onboarding neuer Mitarbeiter:innen kann für Coaches sehr zeitaufwändig sein – besonders in einem Unternehmen, das so rasch wächst wie unseres. Anstatt die Coaches zu zwingen, mit allen neuen Mitarbeiter:innen dieselben Materialien durchzuarbeiten, haben wir ein Programm mit asynchronen Kursen eingerichtet, das die Angestellten in ihrem eigenen Tempo erledigen können.

Dazu zählen unternehmensweite Kurse über Firmenkultur, Prozesse und Tools sowie abteilungsspezifische Inhalte. Die Coaches erstellen maßgeschneiderte Inhalte für spezifische Funktionen. So haben alle Angestellten Zugang zu dem von ihnen benötigten Fachwissen und den passenden Schulungen.

Die Online-Kurse werden mit 1-zu-1-Meetings mit dem Coach der neuen Mitarbeiter:innen kombiniert. Dieser beantwortet Fragen, hilft ihnen, OKRs zu setzen, und begleitet die 90-tägige Probezeit. Der Coach verfolgt den Fortschritt der neuen Mitarbeiter:innen bei verschiedenen Onboarding-Kursen und kann ihnen bei der Priorisierung der Schulungen helfen. Durch diese Kombination aus standardisierten und personalisierten Kursen sowie das individuelle Coaching macht jede:r neue Angestellte eine ganz persönliche Lernerfahrung.

Unsere Sales Enablement Managerin Maria Van Thienen ist vom Einsatz asynchroner Kursmodule begeistert: Ich kann mehrere Personen gleichzeitig einarbeiten und brauche meine Zeit und die meines Sales Coaches nur für den Feinschliff an den Fähigkeiten unserer neuen Teammitglieder aufzuwenden.

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„Ich kann mehrere Personen gleichzeitig einarbeiten und brauche meine Zeit und die meines Sales Coaches nur für den Feinschliff an den Fähigkeiten unserer neuen Teammitglieder aufzuwenden.“

Beispiel für einen rollenspezifischen Kurs für Produktmanager auf der 360Learning-Plattform | 360Learning
Beispiel für einen rollenspezifischen Kurs für Produktmanager auf der 360Learning-Plattform

Mit diesem System sparen Coaches auch Zeit, indem sie einen Kurs nur einmal erstellen und ihn anschließend dem Feedback der Lernenden anpassen. „Ich kann den Effekt der Schulung, die ich erstelle, mitverfolgen“, sagt Maria. „Ich weiß, wie viele Personen die Schulung gerade machen, und danach kann ich sehen, ob sie hilfreich war.“ 

Das führt nicht nur zu einem effizienteren Onboarding-Prozess, sondern auch zu kompetenteren Mitarbeiter:innen. Das Coaching und die 360°-Bewertungen sorgen dafür, dass niemand übersehen wird. Unser Head of Learning Jonah Goldstein meint: „Beim Onboarding neuer Mitarbeiter:innen haben wir bestimmte Meilensteine festgelegt, die die Neulinge erreichen müssen, um als für ihre Aufgabe bereit zu gelten. Durch Bewertungen von Kolleg:innen können wir sicherstellen, dass unsere neuen Mitarbeiter:innen in der Lage sind, die bestmögliche Arbeit zu leisten. Wir rüsten sie für den Erfolg.“

Möchten Sie sehen, wie das in der Realität aussieht? Schauen Sie sich Folge 1–3 unserer Doku-Serie Onboarding Joei an.

Wir dezentralisieren den Lernprozess

Während sich viele Unternehmen ausschließlich auf die Abteilung für Personalentwicklung verlassen, um den Lernbedarf festzulegen und Kurse zu erstellen, können wir unsere Collaborative Learning-Plattform nutzen, um das Lernen demokratischer und dezentralisierter zu gestalten.

Verschiedene Arten von Lernbedarf, die vom Team geäußert wurden | 360Learning
Verschiedene Arten von Lernbedarf, die vom Team geäußert wurden

Teammitglieder äußern auf unserer Plattform ihren Lernbedarf und andere können darüber dann abstimmen. Die am stärksten nachgefragten Kurse werden dann vorrangig behandelt. Wieder andere Mitarbeiter:innen des Unternehmens können sich daraufhin freiwillig melden, um einen Kurs zu erstellen und dem Lernbedarf nachzukommen. Das ist Peer Learning par excellence.

Unser Unternehmen verfügt über Büros in New York, London, Paris und Frankfurt sowie viele Mitarbeiter:innen, die gänzlich im Home-Office arbeiten. Dank unserer dezentralisierten Struktur können wir internes Wissen teilen und nutzen, auch wenn wir uns nicht im selben Land noch Gebäude befinden. Die Möglichkeit, voneinander zu lernen – sogar über verschiedene Zeitzonen hinweg – ist entscheidend. Dank dieser Philosophie waren wir zum Beispiel sehr gut auf die Coronakrise vorbereitet und die Anpassung an die Lockdowns fiel uns vergleichsweise leicht.

Der dezentralisierte Aufbau bietet ein schnelleres und flexibleres Lernsystem, als es die traditionelle Personalentwicklung leisten kann. Die Kolleg:innen können ihre Kenntnisse und ihr Fachwissen viel schneller weitergeben, als bei einem zentralisierten Lernsystem.

Außerdem können die Coaches so immer wieder die Inhalte überarbeiten und genau die Kurse bereitstellen, die den größten Effekt für ihre Teams haben. „Bei der Erstellung der Inhalte arbeitet man mit so vielen Menschen zusammen. Dadurch wird das Einrichten neuer Kurse um so vieles einfacher“, sagt Maria. „Sie entwickeln den Inhalt, du veröffentlichst ihn und siehst, was beim Team gut ankommt – und dann machst du dich daran, weitere Inhalte dieser Art zu erstellen.“

„Bei der Erstellung der Inhalte arbeitet man mit so vielen Menschen zusammen. Dadurch wird das Einrichten neuer Kurse um so vieles einfacher.“

Was ist Collaborative Learning

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Mit Collaborative Learning machen wir alle zu Expert:innen

Neben dem Kennenlernen und Verstehen unseres Produkts gehört es zu den ersten Aufgaben neuer Mitarbeiter:innen in unserem Unternehmen, das Recht zu erwerben, Kursautor:in zu werden. Sie absolvieren einen Kurs, in dem sie das Produkt kennenlernen, und werden anschließend zu Autor:innen der Plattform, damit sie mit der Erstellung von Inhalten beginnen können.

In unserem Unternehmen verfügt jede Person über fundierte Kenntnisse in ihrem jeweiligen Fachbereich. Indem wir allen die Möglichkeit geben, auf Anfragen einzugehen und Kurse zu erstellen, können wir Wissen erschließen und das gesamte Unternehmen davon profitieren lassen.

„Wenn man ein großes Vertriebsteam hat, das in unterschiedlichen Ländern sitzt“, meint Maria, „dann verfügen viele der Mitarbeiter:innen über Kenntnisse, die andere vielleicht nicht haben. Durch die Plattform können wir dieses Wissen viel effizienter nutzen.“

Es ist nicht einfach nur geschäftstüchtig, dass wir unsere Angestellten zu Expert:innen zu machen – es lohnt sich auch. Es ist ein ziemlich gutes Gefühl, Leading Learner zu werden und zur persönlichen Weiterentwicklung und Leistung von Kolleg:innen beizutragen. Das führt zu „einer positiven Dynamik“, wie Jonah es nennt. Sie treibt Anerkennung, Engagement, Teamarbeit und Wachstum voran.

Wir fördern auch Peer Learning, das nicht direkt mit der Arbeit zu tun hat

Bei uns dreht sich alles ums Lernen und daher ermutigen wir unsere Mitarbeiter:innen, sich laufend über alle Themen zu informieren, die sie interessieren könnten. Und damit meinen wir alle Themen.

Mitarbeiter:innen können Kurse zu jedem beliebigen Thema anbieten, egal ob es direkt mit der Arbeit zu tun hat oder nicht. Wir möchten, dass jede:r die Freiheit hat, über die eigene Tätigkeit hinaus etwas zu lernen, sich miteinander und mit der Welt auseinandersetzen.

Diese Kurse haben oft einen direkten Bezug zur Praxis. Als das Coronavirus erstmals in den Fokus rückte, bot eines unserer Teammitglieder an, einen Kurs über die bestehende Forschung zu dieser Erkrankung, die Risiken und darüber, wie sich die Menschen schützen können, zu erstellen. Ein anderes Teammitglied bot einen Sophrologie-Kurs an, den wir in Präsenz abhielten (zu sehen bei Minute 4:38 in Folge 3  von „Onboarding Joei“).

Weil wir ein vielfältiges und multikulturelles Unternehmen mit Niederlassungen auf zwei Kontinenten sind, spielen diese Kurse auch eine zentrale Rolle für unser interkulturelles Verständnis. Unser Teammitglied Alex bot z. B. an, einen Kurs zu erstellen, um unsere europäischen Mitarbeiter:innen über Waffenrechte und den 2. Zusatzartikel der US-Verfassung aufzuklären.

Ein Teammitglied bietet an, auf einen Lernbedarf zu antworten | 360Learning

Sein Kurs war sehr beliebt und erhielt viel positives Feedback von unserem Team (siehe Forum):

Beteiligung der Lernenden auf unserer Plattform – 360Learning

Gemeinsames Lernen schafft eine stabilere Gemeinschaft und trägt dazu bei, dass sich Mitarbeiter:innen stärker für das Unternehmen als Ganzes engagieren. Die Teammitglieder zu ermutigen, ihre Kenntnisse und ihr Wissen weiterzugeben, führt zu einer verbesserten Mitarbeiterzufriedenheit.

Einfach ausgedrückt: Glückliche, gut eingebundene Mitarbeiter:innen bleiben dem Unternehmen länger erhalten. „Wir hatten 2018 ein kleines Problem mit Personalfluktuation“, erzählt Jonah. „2019 konnten wir einen Rückgang feststellen, was wir darauf zurückführen, dass die Menschen besser eingebunden sind und schneller lernen.“

Nutzen Sie Peer Learning für das Wachstum Ihres Unternehmens

Es gibt nicht den einen richtigen Weg für das Wachstum eines Unternehmens, kein allgemein gültiges Rezept für die Einbindung von Peer Learning in Ihr Unternehmen. Wir haben Convexity und es bewirkt wahre Wunder für uns. Aber jedes Unternehmen muss seine eigene Unternehmenskultur und individuelle Werte entwickeln sowie die richtigen L&D-Tools nutzen, um ein Umfeld für Collaborative Learning zu schaffen.

Der Grundstein unseres Erfolgs ist eine ausgeprägte Lernkultur, die unsere Mitarbeiter:innen motiviert, zu wachsen und produktiv zu sein. Lernen gehört für uns zu unserem täglichen Leben: Das bringt uns leistungsstarke, erfolgsorientierte Mitarbeiter:innen und ein starkes Team.

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