Die Suche nach dem richtigen Learning Management System (LMS) scheitert oft nicht am Funktionsumfang, sondern an der Intransparenz der Preise. Während die einen Anbieter mit „Preisen auf Anfrage“ mauern, verstecken andere die Kosten für Implementierung und Support im Kleingedruckten.

Für L&D-Verantwortliche in der DACH-Region, die oft ihr erstes großes Digitalisierungsprojekt stemmen, ist ein klarer Business Case entscheidend.

Dieser Guide bricht das Schweigen: Wir vergleichen die Preismodelle von 10 relevanten Anbietern – von lokalen Champions wie reteach bis hin zu globalen Playern wie 360Learning und Absorb.

LMS-Kosten: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Markttrend: Die meisten modernen LMS setzen auf SaaS-Abos mit Abrechnung pro aktivem Nutzer (Pay-per-active-user).
  • Kosten-Range: Rechnen Sie im Schnitt mit 3 € bis 10 € pro Nutzer/Monat. Während einfache Repositories am unteren Ende liegen, investieren zukunftsorientierte Unternehmen in leistungsstarke Lernplattformen mit KI-Unterstützung und integrierten Autorentools.
  • Der ROI-Faktor: Eine höhere initiale Investition in Lösungen kann sich schnell rentieren, etwa durch wegfallende Lizenzkosten für externe Autorentools und eine massive Zeitersparnis bei der Content-Erstellung (bis zu 1,8 Stunden pro Tag durch KI).
  • Direkt-Vergleich: In diesem Artikel analysieren wir die Kostenstrukturen von 360Learning, reteach, EasyLMS, Absorb und 6 weiteren relevanten Anbietern für den DACH-Raum.
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10 LMS-Anbieter im Kosten-Check

1. 360Learning: LMS für Collaborative Learning

  • Preismodell: Ab ca. 8 € pro Nutzer/Monat (Team-Plan); Enterprise-Preise auf Anfrage.
  • Ideal für: L&D-Teams, die internes Expertenwissen intern skalieren und Kurs-Erstellungskosten durch KI senken wollen.
  • Gut zu wissen: DSGVO-konform, Server in der EU und spezialisierter Support für deutsche Betriebsrat-Anforderungen.

2. reteach: Intuitive Lösung aus Berlin

  • Preismodell: Attraktive Flatrates oder gestaffelte Pakete für KMUs, ab 199€ pro Monat
  • Ideal für: Kleinere Unternehmen und Trainer, die ein schlankes, deutsches System ohne IT-Komplexität suchen.
  • Gut zu wissen: Hosting in Deutschland, 100 % Fokus auf den lokalen Markt und extrem einfache Usability.

3. EasyLMS: Pragmatismus für Wissens-Checks

  • Preismodell: Transparente Abo-Stufen zu kompetitiven Preisen (Basic ab 70€/Monat).
  • Ideal für: Einfache Anwendungsfälle wie Zertifikate, Quizzes und standardisierte Prüfungen.
  • Wofür nicht: Komplexe Talent-Entwicklung oder soziale Lernkulturen.

4. Absorb LMS: Automatisierung mit KI-Power

  • Preismodell: Jährliche Gebühren pro Nutzer, positioniert im Premium-Segment.
  • Ideal für: Mittelständische Unternehmen, die Administration durch KI-Automatisierung reduzieren wollen.
  • Bonus: Starkes „Learning in the flow of work“ durch tiefe System-Integrationen.

5. Docebo: Die KI-Plattform für komplexe Anforderungen

Ein Schwergewicht im Bereich Enterprise-LMS, das stark auf Automatisierung setzt.

  • Preismodell: Preis auf Anfrage (Elevate und Enterprise), Fokus auf jährliche Verträge.
  • Ideal für: Große Unternehmen, die eine hochgradig skalierbare Lösung mit Fokus auf externe Schulungen (Kundenschulung/Partnerschulung) suchen.
  • Gut zu wissen: Starkes Partnernetzwerk in Deutschland für die Implementierung.

6. Cornerstone OnDemand: Der Klassiker für Konzerne

Einer der ältesten und größten Player am Markt mit großem Funktionsumfang.

  • Preismodell: Komplexe Preisgestaltung je nach Modulanzahl (LMS, Performance, Recruiting).
  • Ideal für: Globale Konzerne mit 5.000+ Mitarbeitern, die eine All-in-One-Talent-Suite benötigen.
  • Wofür nicht: Kleine L&D-Teams, die Agilität und schnelle Content-Erstellung brauchen.

7. Personio (Training): Die HR-integrierte Lösung

Kein klassisches "Deep LMS", aber für viele deutsche HR-Teams die erste Anlaufstelle.

  • Preismodell: Zusatzmodul zur bestehenden Personio-HR-Software.
  • Ideal für: KMUs, die schon Personio nutzen und einfache Pflichtunterweisungen ohne Systembruch verwalten wollen.
  • Gut zu wissen: Wird mitunter als "Einstiegs-LMS" für deutsche Startups und den Mittelstand gelistet.

8. TalentLMS: Der schnelle Starter

Bekannt für eine sehr kurze "Time-to-Value".

  • Preismodell: Sehr transparent, bietet kostenlose Version und monatliche Abos (Standard/Active User).
  • Ideal für: Teams, die innerhalb von 24 Stunden live gehen müssen und Standard-Funktionen suchen.
  • Gut zu wissen: Weniger Fokus auf tiefe lokale Compliance-Beratung im Vergleich zu 360Learning oder reteach.

9. Masterplan: Content-first aus Deutschland

Ein Spezialfall, der LMS-Funktionen mit hochwertigen, produzierten Inhalten kombiniert.

  • Preismodell: Oft nutzerbasiert inkl. Content-Flatrate.
  • Ideal für: Unternehmen, die keine eigenen Kurse bauen wollen, sondern "Netflix-style" Content für die Upskilling-Offensive suchen.
  • Tolle Ergänzung zu 360Learning, wenn man fertigen Content braucht, aber schwächer im "Collaborative Learning" (firmeninternes Wissen vermitteln).

10. Moodle: Die Open-Source-Alternative

Die bekannteste kostenlose Software, die jedoch hohe "versteckte" Kosten verursachen kann.

  • Preismodell: Lizenzkostenfrei, aber hohe Kosten für Hosting, IT-Wartung und Sicherheit.
  • Ideal für: Akademische Einrichtungen oder Firmen mit großer IT-Abteilung, die volle Kontrolle über den Code wollen.

LMS-Preisstrukturen: Was Sie wirklich bezahlen

LMS-Kosten sind keine simple Wissenschaft. Damit Sie Äpfel mit Birnen vergleichen können, müssen Sie die drei Hauptfaktoren kennen, die den Endpreis bestimmen.

1. Das Lizenzmodell (Die Basis)

Die meisten modernen Anbieter (wie 360Learning oder Absorb) nutzen Cloud-basierte SaaS-Modelle. Die Abrechnung erfolgt meist nach:

  • Aktive Nutzer (Pay-per-active-user): Sie zahlen nur für die Personen, die sich im Abrechnungszeitraum tatsächlich einloggen. Ideal für schwankende Nutzerzahlen.
  • Registrierte Nutzer: Sie zahlen für jeden angelegten Account. Vorsicht bei hoher Fluktuation.
  • Flatrate: Ein Festpreis für eine unbegrenzte Nutzerzahl (oft bei kleineren Anbietern wie reteach für Einsteiger zu finden).

2. Implementierung & Setup (Einmalige Kosten)

Unterschätzen Sie nicht den Aufwand für den Start. In der DACH-Region legen Unternehmen (und Betriebsräte) hohen Wert auf Datenschutz und Systemintegration. Rechnen Sie mit Kosten für:

  • Portalerstellung & Branding: Ihr LMS sollte wie Ihr Unternehmen aussehen.
  • IT-Integration: Anbindung an HR-Systeme (z. B. Personio, SAP SuccessFactors) oder Single Sign-On (SSO).
  • Datenmigration: Umzug bestehender Lerninhalte und Nutzerdaten.

3. Content & Features (Die versteckten Treiber)

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein günstiges LMS wird teuer, wenn Sie jeden Kurs extern einkaufen müssen.

  • Integrierte Autorentools: Plattformen wie 360Learning ermöglichen es L&D-Teams gemeinsam mit Ihren internen Expert:innen, Kurse KI-gestützt zu erstellen – das kann Agenturkosten von 10.000 €+ pro Kurs ersparen.
  • KI-Funktionen: Automatisierung bei der Kurserstellung oder Skill-Mapping reduziert den manuellen Verwaltungsaufwand massiv.

Pro-Tipp: Wenn Sie nach dem „günstigsten“ LMS suchen, berechnen Sie die Total Cost of Ownership (TCO). Ein System mit höherer Grundgebühr, aber integriertem Autorentool und KI-Support ist oft 30 % günstiger als die Kombination aus Basis-LMS und externer Software.

Alles außer Geld: Was LMS sonst noch kosten

1. Die „Content-Falle“ (Zeitaufwand für Erstellung)

Ein leeres LMS bringt keinen Nutzen.

  • Das Problem: Herkömmliche Systeme erfordern, dass L&D-Manager Kurse monatelang alleine bauen, generische Standardtrainings einkaufen oder teure Agenturen beauftragen.
  • Die Kosten: Rechnen Sie mit ca. 40 bis 100 Arbeitsstunden für eine einzige Stunde E-Learning-Content (Konzeption, Design, Review-Schleifen).
  • Lösungsansatz: Nutzen Sie Collaborative Learning. Wenn Fachabteilungen ihr Wissen dank KI-Unterstützung selbst teilen können, sinken die internen Erstellungskosten um bis zu 75 %.

2. Change Management & interne Vermarktung

In Deutschland herrscht oft Skepsis gegenüber neuen Tools („Noch ein System?“).

  • Der Aufwand: Sie benötigen Zeit für Stakeholder-Management, Betriebsrat-Abstimmungen und interne Kommunikation.
  • Tipp: Planen Sie ca. 10–15 % Ihrer Projektzeit für das reine „Marketing“ der Plattform ein, um die Akzeptanz (Adoption Rate) zu sichern.

3. Administrative Wartung

Ein starres LMS braucht einen „Vollzeit-Administrator“, der Nutzer händisch anlegt und Kurse zuweist.

  • Die versteckten Kosten: Ein L&D-Gehalt, das nur für „Klicken und Verwalten“ draufgeht, statt für strategische Personalentwicklung.
  • Fakt: Moderne Plattformen reduzieren diesen Aufwand durch Automatisierung und HR-Integrationen (z.B. Personio-Sync) auf ein Minimum.

Key Takeaway: Die indirekten Kosten (Zeit für Content & Administration) übersteigen die Lizenzgebühren oft um das 2- bis 3-fache. Ein LMS, das auf den ersten Blick nicht eben billig, aber dafür z.B. mit KI-Automatisierungen daherkommt, kann die wirtschaftlich bessere Wahl sein.

Das LMS-Lastenheft: Ihre Einkaufsliste für das Budget-Meeting

Ein LMS-Kauf in der DACH-Region ist oft eine langfristige Entscheidung (3–5 Jahre). Um teure Fehlkäufe und Nachbesserungen zu vermeiden, sollte Ihre „Einkaufsliste“ über reine Feature-Listen hinausgehen. Konzentrieren Sie sich auf diese vier Säulen:

Das LMS-Lastenheft: Ihre Einkaufsliste für das Budget-Meeting

Ein LMS-Kauf in der DACH-Region ist oft eine langfristige Entscheidung (3–5 Jahre). Um teure Fehlkäufe und Nachbesserungen zu vermeiden, sollte Ihre „Einkaufsliste“ über reine Feature-Listen hinausgehen. Konzentrieren Sie sich auf diese vier Säulen:

1. Integration & IT-Compliance

  • Datenschutz (DSGVO): Wo stehen die Server? Gibt es einen AV-Vertrag nach deutschem Recht?
  • HR-Schnittstellen: Kann das System automatisch Nutzerdaten aus Personio, Workday oder SAP ziehen?
  • SSO: Ist ein Single-Sign-On für Ihre Mitarbeitenden möglich?

2. Geschwindigkeit bei der Content-Erstellung

  • Integriertes Autorentool: Können Fachabteilungen ohne Schulung Inhalte erstellen?
  • KI-Support: Hilft die KI beim Skizzieren von Kursen oder beim Erstellen von Quizfragen?
  • Mobile Learning: Funktioniert die App auch offline (wichtig für Frontline-Worker)?

3. Support & Customer Success

  • Lokaler Support: Gibt es deutschsprachige Ansprechpartner?
  • Strategische Beratung: Helfen die Customer Success Manager nur bei Technik-Fragen oder auch bei der L&D-Strategie?

4. Flexibilität des Preismodells

  • Skalierbarkeit: Was passiert, wenn Sie von 100 auf 1.000 Nutzer wachsen?
  • Versteckte Gebühren: Sind Support, Speicherplatz und Updates inklusive?

Wenn Sie diese Liste abarbeiten, achten Sie besonders auf die Total Cost of Ownership. Ein günstiger Anbieter ohne HR-Integration verursacht monatlich Stunden an manueller Verwaltungsarbeit – das ist verstecktes Budget, das Ihnen an anderer Stelle fehlt.

Fazit: Preis vs. Wert – So entscheiden Sie richtig

Die nackten Lizenzkosten eines LMS sind nur die Spitze des Eisbergs. Ein günstiges System, das keine interne Content-Erstellung ermöglicht oder Ihre IT-Ressourcen durch mangelnde Integrationen bindet, wird schnell zur Kostenfalle.

Unsere Empfehlung für L&D-Teams in DACH: Suchen Sie nicht nach dem billigsten Anbieter, sondern nach dem System mit dem besten ROI (Return on Investment). Wenn Sie die Zeit für die Kurserstellung durch KI und Kollaboration halbieren, hat sich die Plattform oft schon nach wenigen Monaten amortisiert.

Nächste Schritte:

  1. Bedarf klären: Nutzen Sie unser LMS-Lastenheft (RFP), um Ihre internen Anforderungen (und die des Betriebsrats) zu definieren.
  2. Total Cost of Ownership berechnen: Kalkulieren Sie nicht nur Lizenzen, sondern auch die Arbeitszeit für Implementierung und Content.
  3. Live-Test: Lassen Sie sich zeigen, wie einfach die Erstellung eines Kurses wirklich ist.

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